Johannes und Solveig Fehr

Johannes Fehr war in seinem ersten Berufsleben Arzt – bis sein Körper eines Tages sagte: nicht mehr so. Was folgte, war ein radikaler Aufbruch: in die Wildnis der Cevennen, in Stille und Natur, und schließlich zu sich selbst. Heute begleitet er Menschen in genau diesen Übergängen. Er ist ärztlicher Therapeut, Mediator, anerkannter Systemaufsteller (DGfS), Körpertherapeut und bringt in seine Arbeit mit, was er selbst gegangen ist.

Solveig Sieweke ist Krankenschwester, Körpertherapeutin (Hara Awareness Massage) und Ritualarbeiterin. Sie begegnet Menschen mit einer klaren, ruhigen Präsenz und einer schlichten Liebe zur Wahrheit – das macht die Arbeit mit ihr direkt und tiefgehend.

Beide haben durch ihre gemeinsame Liebe zur Natur die Inspiration für Becoming Human gefunden. Die tiefgreifenden Erfahrungen, die sie auf diesem Weg gemacht haben, möchten sie nun mit euch teilen.

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Aufgewachsen mit der Inipi-Tradition der Lakota

Für mich bedeutet Naturverbundenheit mehr als die Freude daran, Zeit in der Natur zu verbringen. Seit meiner Kindheit bin ich mit dem Ritual der Schwitzhütte (Inipi) in der Tradition der Lakota in Berührung und damit auch mit einer tiefen spirituellen Verbindung zur Natur aufgewachsen.

Diese Erfahrungen haben mein Verständnis dafür geprägt, wie sich eine bewusste und lebendige Beziehung zur natürlichen Welt entwickeln kann – eine Verbindung, die trägt, nährt und über das Alltägliche hinausgeht.

In meiner Arbeit fließt diese Haltung ein. Sie ist die Grundlage dafür, Räume zu gestalten, in denen Menschen wieder in Kontakt mit sich selbst und der Natur kommen können.

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Arzt in der Psychosomatik

Auf meinem beruflichen Weg bin ich – stets auf der Suche nach Ganzheitlichkeit – in der psychosomatischen Medizin gelandet. Dort habe ich Antworten auf viele Fragen gefunden, die mich in Bezug auf die menschliche Psyche beschäftigt haben: Wie werden wir zu dem Menschen, der wir sind? Wie entstehen die Muster, nach denen wir mit anderen Menschen interagieren?

Ich habe dabei gelernt zu verstehen, dass wir im Grunde sehr einfach geprägt werden: Wir sind bestimmten Bedingungen ausgesetzt und tun das Beste, was uns möglich ist – indem wir uns anpassen und wirksame Strategien entwickeln.

Heute verstehe ich, dass das, was uns geprägt hat, nicht zwingend der Entfaltung unseres vollen Potenzials entspricht. Viele unserer verborgenen Anteile, tieferen Wünsche und Sehnsüchte sowie unterdrückten – häufig auch positiven – Eigenschaften und Kräfte möchten wieder wahrgenommen und in unser Leben integriert werden.

In meiner Arbeit begleite ich Menschen daher dabei, zunächst ehrlich hinzuschauen, wer und wie sie wirklich sind, um sie anschließend darin zu unterstützen, wieder Vertrauen in sich selbst zu entwickeln. So kann sich das Leben wieder freier entfalten und neue Wege werden möglich.

Körperarbeit

Ich arbeite seit über 10 Jahren mit Körperarbeit (Hara Awareness Massage und Romi Romi sowie später auch mit körperorientierten psychotherapeutischen Verfahren) und erlebe die Körperarbeit als einen der direktesten und ehrlichsten Zugänge zum Menschen.

Wenn wir berührt werden, begegnen wir uns selbst unmittelbar. Der Körper speichert unverarbeitete Gefühle, Erinnerungen und innere Haltungen in Form von Spannungsmustern, die durch Berührung wieder spürbar werden können.

Gleichzeitig öffnet Berührung auch den Zugang zu einer tieferen Kraftquelle: der Lebensenergie, die durch den Körper fließt. Meine Arbeit ist darauf ausgerichtet, diese Lebensenergie (Qi) wieder erfahrbar zu machen – insbesondere dort, wo sich durch das Lösen von Blockaden wieder mehr Fluss und Lebendigkeit einstellen kann.

Damit folgt sie demselben Grundprinzip wie bereits im Abschnitt zur Psychosomatik beschrieben: Wir begegnen dem, wie wir geworden sind, um uns zunehmend dem zuzuwenden, wie wir sein und werden können.

ZEGG-Forumsleiter

Das ZEGG-Forum ist ein Selbsterfahrungsformat in der Gruppe. Wir kommen zusammen, um uns in einem achtsamen Miteinander selbst besser kennenzulernen und innere Prozesse bewusster wahrzunehmen.

Innerhalb der Gruppe zeigen wir uns mit dem, was uns im jeweiligen Moment bewegt, und werden von den anderen wertfrei gespiegelt. Dadurch entstehen neue Perspektiven auf uns selbst, die im Alltag oft nicht zugänglich sind.

Diese Form der Begegnung ermöglicht es, unbewusste Muster sichtbar zu machen, sich selbst klarer zu erkennen und mehr innere Freiheit im Umgang mit sich und anderen zu entwickeln.

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