Ashram Deutschland – Leben in spiritueller Gemeinschaft
Das Bewusstsein, dass echte Gemeinschaft möglich ist, wenn Menschen bereit sind, sich selbst zu begegnen – jenseits von Kontrolle, Erwartung und Machtspiel.
Im Mai 1978 startete Dieter Duhm nach jahrelanger Suche zusammen mit Sabine Lichtenfels und Charly Rainer Ehrenpreis sein erstes Gemeinschaftsexperiment in Süddeutschland. Das Ziel war es, ein interdisziplinäres Forschungszentrum zu gründen, das Experten aus den Bereichen Bionik, Architektur, Ernährungssicherheit und neue Technologien zusammenbringen sollte. Schon früh wurde ihnen klar, dass dauerhafte Lösungen ohne eine stabile soziale Grundlage nicht zu erreichen sind und dass es unerlässlich ist, sich mit inneren menschlichen Konflikten auseinanderzusetzen.
1995 zog die Gruppe nach Monte do Cerro, einem 140 Hektar großen Grundstück in Form eines Adlers im ländlichen Alentejo, Portugal. Während einer Meditation an einer Quelle erhält Sabine den Namen „Tamera“ und erfährt später, dass es sich dabei um ein altägyptisches Wort für „Land des Wassers“ handelt. Anstatt einem festen Plan zu folgen, nähern sie sich dem Land als Künstler und Ökologen und hören auf sein latentes Potenzial. Ihre erste Vision umfasst den großen See, der 2007 angelegt wurde. Die Tierwelt begegnet ihnen mit ungewöhnlichem Vertrauen, und sie beginnen, sich mit sichtbaren und unsichtbaren Wesen zu verbinden und erhalten Anleitung für die Schaffung des Heilenden Biotops.

Heute kommen Besucher nach Tamera, begleitet vom sanften Gesang der Vögel über den Seen, die im frühen Sonnenlicht glitzern. Korkeichen spenden Schatten auf ruhigen Wegen, und die Luft duftet nach feuchter Erde und blühenden Blumen. Gruppen versammeln sich zur Morgenmeditation, während andere auf Wanderwegen die umliegende Landschaft erkunden und spüren, wie sich das Land selbst durch jahrzehntelange Pflege und Forschung verändert hat.
Im Laufe der Jahre schufen die Gründer und Bewohner von Tamera eine Landschaft, die Wasser zurückhält – Seen und Teiche, die degradiertes Land wiederherstellen, Wildtiere anziehen und die Region widerstandsfähig gegen Dürre machen. Doch Tamera ist mehr als ökologische Wiederherstellung.
Die Programme der Gemeinschaft umfassen miteinander verbundene Bereiche wie regenerative Ökologie, bewusste Beziehungen, Gemeinschaftsbildung, erneuerbare Energien, Meditation und Kunst. Besucher nehmen voll und ganz am täglichen Leben teil, von der praktischen Arbeit auf dem Land bis hin zu Gruppengesprächen über Vertrauen, Zusammenarbeit und die Zukunft der menschlichen Kultur. Viele Gäste beschreiben ihre Zeit dort als lebensverändernd. Nicht weil die Gemeinschaft alle Antworten verspricht, sondern weil sie eine andere Art des Zusammenlebens aufzeigt, und sei es nur für kurze Zeit.

Das ganze Jahr über veranstaltet Tamera Seminare, Einführungswochen und Retreats. Einige konzentrieren sich auf persönliche Entwicklung, andere auf ökologische Wiederherstellung, Gemeinschaftsleben oder die inneren Grundlagen des Friedens.
Für Reisende, die mehr als nur Entspannung suchen – die neugierig sind auf ein anderes Leben und eine tiefere Vision –, bietet Tamera eine seltene Erfahrung: die Chance, in ein lebendiges Experiment einzutauchen und zu spüren, dass eine friedliche und regenerative Zukunft nicht nur ein Traum ist, sondern bereits heute gelebt werden kann.
Weitere Infos zu diesem vielfältigen Projekt findet ihr auf der Seite von Tamera.
Das Bewusstsein, dass echte Gemeinschaft möglich ist, wenn Menschen bereit sind, sich selbst zu begegnen – jenseits von Kontrolle, Erwartung und Machtspiel.
Von der Journalistin zur Gründerin eines Retreat-Centers: Laura Di Salvo teilt ihre bewegende Geschichte über Vertrauen, Vision und Neubeginn in Jordanien.