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27.08.25

Wüste, Wunder und Wandel – Wie ich in Jordanien mein Zuhause fand - Laura Di Salvo

Laura Di Salvo ist Gründerin und Besitzerin des ersten Retreat-Centers in Jordanien, das im Bedouin Yoga Camp in der Wüste Wadi Rum liegt. Sie bietet eine Vielzahl von Retreats an, darunter Yoga, Meditation, spirituelle Workshops, Ausbildungen, Arabischkurse, Kochkurse mit Beduinen und Wandertouren. Ihr Ziel ist es, ihren Gästen die Schönheit Jordaniens näherzubringen. Als Reise-Journalistin war sie weltweit unterwegs und arbeitet weiterhin für das Deutsche Fernsehen (ARD & HR) als Moderatorin und Redakteurin für verschiedene Fernsehformate. Zudem ist sie Yoga-Lehrerin und unterrichtet Breathwork-Techniken wie Rebirth, Shamanic- und Holotropic Breathwork, sowie spirituelle Rückführungen (Past Life), Reiki und Engel-Heilung. Heute pendelt sie zwischen Jordanien und Deutschland und hat sich mit ihrem eigenen Retreat-Camp einen Lebenstraum erfüllt.

Mehr über Laura und auch ihre einmaligen Retreats findet ihr hier.

Wenn ich von meinem Wüstencamp in Jordanien erzähle, lautet die erste Frage fast immer: Wieso Jordanien? Wie bist du denn ausgerechnet dort gelandet?

Natürlich bedienen viele sofort das gängige Klischee: Jüngerer Mann, Beduine, Moslem – das muss doch ein Goldgräber sein. Menschen mit einem Hang zur Romantik wiederum malen sich aus, wie mein Partner und ich unter dem Sternenzelt der Wüste liegen, bei Datteln und Tee über den Sinn des Lebens philosophierend. Dann gibt es diejenigen, die schlichtweg beeindruckt sind von der Idee, mitten in der Wüste ein Retreat-Center zu eröffnen.

Aber die Wahrheit ist: Nichts davon war geplant. Schon gar nicht durchdacht. Es gab keinen Businessplan, keine Strategie – es war eine Reise. Eine, die nicht auf einer Landkarte begann, sondern tief in meinem Inneren.

Der erste Impuls kam 2006, als ich meine Ausbildung zur Reiki-Lehrerin begann. In einer Heilsitzung mit einer Freundin begegnete ich zum ersten Mal bewusst Engeln. Ich hatte eine Vision – eine Szene aus einem früheren Leben, die mich nie wieder loslassen sollte: Ich sah mich in einer Wüste, als Teil einer Karawane aus Frauen und Kindern, unterwegs Richtung Ägypten. Ich sah das Meer, sah Höhlen mit verschlungenen Gängen, die in Berge führten. Damals hatte ich keine Ahnung, wo dieses Land lag, ob es überhaupt real war – geschweige denn, dass es Jordanien sein könnte.

Wer sich mit spiritueller Arbeit beschäftigt, weiß: Man kann jederzeit in die Energie eines bestimmten Ortes oder einer vergangenen Situation zurückkehren. Also tat ich genau das. Immer wieder. Und Stück für Stück begann ich, das Puzzle in den darauffolgenden Jahren zusammenzusetzen.

2012 reiste ich zum ersten Mal in die Region – nach Israel. Schon als Kind hatte mich dieses Land fasziniert. Mit meiner Schwester und einer engen Freundin aus Tel Aviv bereiste ich das gesamte Land, doch nichts dort kam dem nahe, was ich in meiner Vision gesehen hatte. Als ich meiner Freundin meine inneren Bilder beschrieb, sah sie mich irgendwann an und sagte: „Das hört sich nicht nach Israel an – das klingt nach Jordanien! Du musst nach Jordanien reisen!“

„Jordanien?“ fragte ich erstaunt. „Ja!“, erwiderte sie. „Damals gab es keine Grenzen. Das war alles eine Region – das Heilige Land.“

Fünf Jahre später – es war Ostern 2017 – fand ich zufällig einen günstigen Flug nach Amman. Ich wusste so gut wie nichts über das Land. Doch ich spürte: Jetzt ist die Zeit. Ich kaufte mir die Biografien von König Abdullah II und Königin Nour, mietete ein Auto – und landete mit einem Gefühl von Offenheit und Neugier in einem Land, das mein Leben für immer verändern sollte.

"Es gab keinen Businessplan, keine Strategie – es war eine Reise. Eine, die nicht auf einer Landkarte begann, sondern tief in meinem Inneren."

Petra, Prüfungen und das unerwartete Erwachen

Meine erste Reise nach Jordanien plante ich eher spontan – zwei Wochen, allein, mit einem Mietwagen und einem offenen Herzen. Ich hatte mir keine großen Gedanken gemacht. Kein konkreter Plan, nur ein Wunsch: Ich wollte in Petra meditieren. Dort, in der alten Felsenstadt, wo Geschichte, Magie und Stille aufeinandertreffen. Auch das Tote Meer stand auf meiner Liste – ein Ort, den ich Jahre zuvor von der israelischen Seite aus besucht hatte. Vielleicht würde ich dort Antworten finden. Oder zumindest mehr Klarheit zu den Bildern, die mich seit meiner Reiki-Ausbildung nicht mehr losließen.

Doch was ich in Petra letztendlich erlebte, hatte ich in keiner meiner inneren Visionen vorausgeahnt. Es war mehr als ein Ort. Es war ein Tor – in eine tiefere Ebene meiner eigenen Geschichte. Die Energie, die Stille zwischen den Felsen, das Echo der Vergangenheit – es war, als würde meine Seele endlich erkennen, wo sie einst gewesen war.

Diese Erfahrung ließ mich tiefer eintauchen. Ich begann zu recherchieren: über die Beduinen, ihre Lebensweise, ihre Weisheit, ihre Verbindung zur Wüste. Es folgten Gespräche, Begegnungen – und spirituelle Abenteuer, die mir vieles abverlangten. Nicht alles war leicht. Im Gegenteil.

Nach und nach ergaben all die Visionen, Träume und Fragmente der vergangenen Jahre plötzlich Sinn. Ich verstand: Alles hatte mich auf diesen Punkt vorbereitet. Sogar mein Karma.

Doch so wie jede echte spirituelle Reise, kam auch diese nicht ohne Prüfungen.

Ich begegnete Menschen, die nicht mein Bestes wollten. Die mir misstrauten. Die mich manipulierten. Die versuchten, mir alles zu nehmen – sogar meine Würde, meine Sicherheit, meinen Glauben. Es war ein tiefer Bruch, der mich fast zerstört hätte.

Und doch: Ich blieb stehen. Ich blieb verbunden. Mit beiden Füßen fest auf der Erde und mit dem Herzen unerschütterlich im Vertrauen. Ich wusste, dass es einen größeren Plan gab – auch wenn ich ihn in diesen Momenten kaum erkennen konnte.

Ende 2020 war ich mir sicher: Jordanien war vorbei. Das Kapitel geschlossen. Ich war erschöpft, enttäuscht und bereit loszulassen.

Doch wie das Leben so oft zeigt: Gerade wenn wir glauben, alles verloren zu haben, beginnt etwas ganz Neues. Etwas, das aus einer tieferen Wahrheit geboren wird.

"Gerade wenn wir glauben, alles verloren zu haben, beginnt etwas ganz Neues. Etwas, das aus einer tieferen Wahrheit geboren wird."

Wadi Rum – Begegnung mit der Erinnerung

Im Oktober 2021, mitten in einer Zeit voller Zweifel, veranstaltete ich trotz aller Widerstände mein erstes Retreat in Jordanien – eine spirituelle Rundreise durch das Land, das mein Innerstes längst berührt hatte. Während dieser Reise bot ich eine Ausbildung zum Engel-Heiler an, ein Herzensprojekt, das mich schon viele Jahre begleitet hatte.

Suleiman sah mich eines Abends ruhig an und sagte: „Ich habe dich sofort wiedererkannt. Als ich dich das erste Mal gesehen habe, wusste ich: Wir sind uns schon einmal begegnet – in einem anderen Leben.“

Er sagte, er wolle mir helfen, meinen Traum zu leben. Und dann geschah das Unfassbare: Er bot mir ein Stück Land an – ein Ort inmitten der Wüste, der seiner Familie gehörte. Der Ort, der mich so tief berührt hatte.

Und da war sie wieder – die Vision, die ich Jahre zuvor bei einer Heilsitzung gesehen hatte. Ich erinnerte mich plötzlich an all die Puzzleteile, die ich damals nicht einordnen konnte: Die Karawane. Die Höhlen. Die Wüste. Die Bestimmung.

Ich sah jetzt klar: Dies war der Ort, an dem ein Raum entstehen sollte. Ein Ort der Heilung, der Rückverbindung, der inneren Stille. Ein Ort, an dem Menschen nicht einfach Urlaub machen – sondern ankommen können. In sich selbst. In der Natur. In etwas Größerem.

Damals, vor fast zwanzig Jahren, kannte ich das Wort Retreat Center nicht einmal. Und doch hatte ich genau davon geträumt: Ein Platz, an dem Menschen gesund essen, sich regenerieren, und spirituelle Praktiken erleben können, die ihnen helfen, sich selbst neu zu entdecken.

Nicht ich hatte den Ort gefunden. Der Ort hatte mich gefunden.

"Dies war der Ort, an dem ein Raum entstehen sollte. Ein Ort der Heilung, der Rückverbindung, der inneren Stille. Ein Ort, an dem Menschen nicht einfach Urlaub machen – sondern ankommen können."

Mit Herz und Seele in der Wüste – der Traum wird lebendig

Suleiman ist in der Wüste aufgewachsen, gehört zum größten Stamm in Wadi Rum und kennt das Land wie seine Westentasche. Fast 20 Jahre lang hat er Pferdereisen durch Jordanien begleitet. Durch ihn und mit ihm kann ich meinen Traum leben – einen Ort zu schaffen, an dem Menschen Ruhe, Heilung und Inspiration finden.

Mittlerweile durften wir zahlreiche Gruppen willkommen heißen und haben einen wunderschönen Yoga-Raum inmitten der Natur gestaltet – unsere Yoga Shala. An genau dieser Stelle haben wir vor knapp vier Jahren von unserem Camp und der atemberaubenden Aussicht geträumt. Dass all das so schnell Realität wurde, erfüllt mich immer noch mit Staunen und Dankbarkeit.

"Mittlerweile durften wir zahlreiche Gruppen willkommen heißen und haben einen wunderschönen Yoga-Raum inmitten der Natur gestaltet – unsere Yoga Shala."

Die Menschen, die ich einst in Petra kennengelernt habe und die mir nicht guttaten, habe ich aus meinem Leben gestrichen. Ihre Lektionen sind abgeschlossen. Dafür habe ich das größte Geschenk gefunden: die Liebe meines Lebens. Gemeinsam erfüllen wir unsere Aufgabe – andere Menschen auf ihrem Weg zu begleiten.

Unser Angebot ist vielfältig: Von sanften Yoga- und Meditations-Retreats bis hin zu spannenden Wanderabenteuern – für jeden ist etwas dabei. Am liebsten bin ich in unserem Camp, wenn wir ganz allein sind. Dann tanken wir neue Kraft und manifestieren unsere Zukunft, denn unser Camp soll weiterwachsen.

Die Konflikte der vergangenen Jahre in der Region haben es uns nicht leicht gemacht, doch die Liebe unserer Gäste zur Wüste und zu Jordanien gibt uns Kraft. Ich glaube fest daran, dass Gott einen Plan für uns hat – und wir folgen diesem Weg, mit Vertrauen, Mut und offenem Herzen.

"(...) die Liebe unserer Gäste zur Wüste und zu Jordanien gibt uns Kraft. Ich glaube fest daran, dass Gott einen Plan für uns hat – und wir folgen diesem Weg, mit Vertrauen, Mut und offenem Herzen."

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