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11.08.25

Yoga, Design und balinesische Massage - Fiona Treiber

Fiona ist eine passionierte Yogalehrerin und verbindet Yoga mit Design. Außerdem bietet sie balinesische Massagen an.

Könntest du uns deinen persönlichen Weg zum Yoga erläutern und was dich dazu motiviert hat, diesen Weg einzuschlagen?

Den Weg zu Yoga habe ich ganz klassisch über ein Fitnessstudio gefunden. Damals war ich 19 Jahre jung und begeisterte Pferde-Freundin. Im Fitness Studio meiner Wahl wurde Hot-Yoga in einem Raum, hinter Glasscheiben angeboten. Dieser Raum war vom ganzen Studio einsehbar. Eines Tages wagte ich es am Hot-Yoga teilzunehmen und war unendlich begeistert von dem unglaublich guten Körpergefühl nach der Stunde, auch wenn es sehr fordernd war. Die Lehrerin war verheiratet mit einem Amerikaner und brachte diesen ganzen Yoga-Lifestyle aus New York mit. Ab hier gehörte Yoga in mein Leben. 

Wie gestaltest du deine Yogapraxis, und was erfüllt dich dabei am meisten?

In meiner persönlichen Yoga Praxis lasse ich mich auf die Qualitäten des „Hier und Jetzt“ ein. Die Dinge, die in dem einen Moment da sind, inspirieren mich, mich so zu bewegen, wie es mein Körper gerade braucht. Dabei gehe ich sehr intuitiv und frei mit den Yogaübungen um, ich lasse das zu mir kommen, was entsteht.

"Ich lasse das zu mir kommen, was entsteht."

Ich bin oft selbst überrascht von den Bewegungsabläufen, die sich dadurch zeigen. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass meine Yogapraxis sehr kreativ ist. Sie besteht außerdem nicht nur aus reinen Asanas, sondern auch aus freien Bewegungen. Jeder Moment ist einzigartig und es fällt mir schwer, immer wieder die gleichen Dinge zu tun, obwohl es mir auch wirklich gut tut, zum Ausgleich beim Gleichen und Einfachen zu bleiben. Doch mein Wesen ist so wandlungsfreudig, dass ich immer nach Neuem und Innovativem strebe. Erfüllung finde ich darin, mich durch Bewegung und Atem von äußeren Einflüssen und festgesetzten Energien in meinem Körper-Geist-System, zu befreien. Und so kann ich dann wirklich wieder ausschließlich ich selbst sein. 


In welcher Weise integrierst du Yoga in deinen persönlichen Alltag, um Balance und Achtsamkeit zu fördern?

Indem ich mich um eine regelmäßige Asanapraxis bemühe. Wenn ich nicht schlafen kann, wende ich Atemtechniken an oder ich meditiere am Morgen oder am Abend, um mich für den Tag auszurichten bzw. um zur Ruhe zu kommen. Ganz besonders habe ich durch die Praktiken des Yoga gelernt, mich nicht von äußeren Einflüssen beherrschen zu lassen und habe seither Techniken an der Hand, die mich immer wieder ins „Hier und Jetzt" bringen können. Außerdem hat mich das Üben von Yoga Praktiken darin bestärkt den Moment entzerren zu können, um nicht so schnell in einen Reiz- Reaktionsmechanismus zu fallen.

Gibt es spezifische Yoga-Techniken oder -Stile, die du bevorzugst?

Als besonders wirksam empfinde ich das Box-Breathing, es ist einfach und wirksam, d.h. gleich lange einatmen, gleich lange ausatmen mit Zählzeiten und je nachdem, die Ein- oder Ausatmung länger oder kürzer zu halten. Das ist eine für mich sehr bewährte Yogapraxis oder Atempraxis, die ich selbst oft anwende, aber auch in meinem Unterricht stets präsent ist. Was sich auch sehr bewährt hat, ist das Einatmen über die Nase und das Ausatmen über den Mund. Das ist eine sehr gute Methode, um den Geist zu klären.  Als Yoga-Stil hat mich am meisten Embodied-Flow-Yoga inspiriert. Es war für mich der Schlüssel zum eigenen Ausdruck innerhalb der Yogapraxis, aber auch das Einbeziehen der Umgebung in die Yogapraxis lernte ich zum ersten Mal im Embodied-Flow-Yoga kennen. Also nicht nur die Einheit aus Körper, Geist und Seele, sondern auch das Einheitsgefühl mit dem, was mich umgibt.

Embodied-Flow-Yoga integriert viele weitere Techniken, die weit über das klassische Yoga hinausgehen, ergänzt das traditionelle Yoga zu seinem Zweck, Freiheit zu erfahren. Dieser Stil ermöglicht es mir, in die absolute Totalität meines Seins und Wirkens einzutauchen. Letztendlich bietet Embodied-Flow-Yoga unglaublich gute Methoden, in den Flow-State zu kommen, also das „Einssein“ mit Allem in voller Aktivität und Lebendigkeit. 

Wie verknüpfst du die Prinzipien des Designs mit deiner Yogapraxis?

Wie bereits erwähnt, ist meine Yoga Praxis sehr von Kreativität geprägt. Kreativität ist sicherlich auch ein Designprinzip, welches auch in meine Yogapraxis mit einfließt. Wozu ich mich selbst immer wieder ermahnen muss, ist der Grundsatz von Mies van der Rohe, ein bekannter Architekt der Neuzeit, "Weniger ist Mehr“. Dieser Leitsatz ist für mich als sprudelnde Quelle der Kreativität immer wieder eine gute Ermahnung, um meinen vielfältigen Ideen-Drang im Zaum zu halten. Auch für unseren Zeitgeist, wo alles unglaublich komplex ist, ist „Weniger ist Mehr“ stets ein heilsamer Grundsatz.

Auf welche Weise hat Yoga dein Denken und deine Herangehensweise an das Design beeinflusst?

Es gibt ein tolles Buch mit dem Titel „Kreativität aushalten“ von Frank Berzbach. Ich denke, Yoga hat mir stets dabei geholfen, meine Kreativität auszuhalten. Ich bin ständig geistig angeregt und inspiriert und möchte Neues in die Welt bringen.Yoga hilft mir dabei, zurück zu mir zu kommen, Nervosität und Aufregung herunter zu regulieren, die aufkommt, wenn ich eine neue Idee gefunden habe, die mich fasziniert. 

Weiterhin hat mir Yoga geholfen zu verstehen, dass die pure Idee nichts ohne ihre Umsetzung und Materialisierung ist. Insbesondere hat mir das die Chakrenlehre gezeigt. Im Gegenzug zum luftigen/geistigen sind Durchhaltevermögen und Ausdauer von Nöten, um die vielen Ideen auch in die Umsetzung bringen zu können.

Was macht für dich eine balinesische Massage aus und wie unterscheidet sie sich von anderen Massagearten?

Die Balinesische Massage ist beeinflusst von vielen Heilmethoden, von der traditionellen chinesischen Medizin und vom Ayurveda, aber auch von der schwedischen Massage. Die Balinesen haben sich eine tolle Kombination aus diesen Heilansätzen zusammengestellt. Diese Form von Massage beinhaltet Akupressur, Streichungen und Knetungen. Es wird generell viel mit Druck gearbeitet. Dadurch werden Verspannungen gelöst. Für mich ist es die Massage mit der perfekten Kombination, um sich im Anschluss komplett ausgeglichen fühlen zu können. Der Effekt ist, dass ich nicht nur entspannt bin, sondern auch energetisiert werde.

Wie kam es dazu, dass du Design in deine Arbeit mit Yoga und Balinesischen Massagen integriert hast, und welche Vorteile siehst du darin, diese beiden Praktiken zusammen anzubieten?

Es kam am Ende meiner Zwanziger dazu, dass ich am Ende einer Phase meines Lebens war, in der ich fast alle Kontinente dieses Globus besucht hatte und mich um meine berufliche Zukunft kümmern musste. Für mich stand fest, dass es nur den Weg der Selbstständigkeit für mich geben kann. Da ich mich sowohl als Designerin, wie auch als Yogalehrerin gleichermaßen sehe, kam ich auf die Idee, beides miteinander zu verbinden. Das führte zu einer großen Auseinandersetzung mit diesem Thema. 

Letztendlich bin ich dazu gekommen, dass sich Yoga und Design nicht verbinden, aber kombinieren lassen. Diese Kombination ist wirklich einzigartig und das hat mich motiviert, eine Verbindung zu suchen. Ich denke, dass diese einzigartige Kombination mir Vorteile auf beiden Seiten bringt. Beides befruchtet sich gegenseitig und letztendlich findet sich die wirkliche Verbindung dieser beiden Dinge, nach der ich so lange und intensiv gesucht habe, in meiner Person. Man könnte meinen, ich habe mich dadurch selbst gesucht und gefunden.

"Man könnte meinen, ich habe mich dadurch selbst gesucht und gefunden."

Ein unglaublicher Vorteil bietet mir meine Erfahrung durch die Massage für das „Hands-On“ beim Yoga Unterricht. Für die Massage sind es meine anatomischen Kenntnisse aus der Yogalehrerausbildung, die die Massage bereichern. 

Für mein Yogalehrer Dasein sind meine Design Fähigkeiten ein großer Vorteil. Ich kann meine komplette Außendarstellung selbst gestalten und habe dadurch ein ansprechendes, ästhetisches und professionelles Auftreten.


Welche Zukunftsvisionen hast du für deine Arbeit im Bereich Yoga und Balinesische Massagen?

Oh ja, ich habe unendlich viel in diesen Bereichen was ich verwirklichen möchte. Ein langer Wunsch und Vision geht gerade in Erfüllung. Ab September werde ich gemeinsam mit drei weiteren Yogalehrern aus Coburg ein Studio eröffnen. Wir nennen uns die Yoga Bande

Schon lange arbeite ich an mehreren Projekten. Das eine ist ein Buch mit dem Titel „The Yoga Flow Guide“ und ein Yoga Kartenset, ein Yoga-Orakel. Wenn das Studio läuft, habe ich wieder Kapazität daran zu arbeiten. 

Natürlich möchte ich auch jährlich mehrere Retreats anbieten, sowie meine eigene Yogalehrer Ausbildung anbieten. Das Konzept für die Yogalehrer Ausbildung steht schon und es ist bereits möglich, sich für das Jahr 2025 anzumelden.

Du hast Erfahrung in der Organisation von Yoga-Festivals. Was waren die größten Herausforderungen bei der Planung und Durchführung dieser Events, und welche besonderen Höhepunkte hast du erlebt?

Das Organisieren der beiden Yoga Festivals war für mich eine riesengroße Herausforderung, ähnlich wie die Geburt meines Sohnes. Ich habe die beiden Festivals komplett alleine organisiert und das hat mich richtig an meine Grenzen gebracht. Jetzt im Verbund mit der Yoga Bande können wir uns auch gut vorstellen, in Zukunft gemeinsam weitere Festivals zu organisieren.

Der Höhepunkt war, dass am Ende alles stand und funktionierte, und das in den Corona-Jahren! Ganz, ganz besonders war das Kirtan Konzert und die Feuershow am Abend bei Sonnenuntergang und Lagerfeuer. Das war echt grandios!

"Der Höhepunkt der beiden Festivals war, dass am Ende alles stand und funktionierte, und das in den Corona-Jahren!"

Die größten Herausforderungen waren die ganzen kleinen Details, an die man denken musste, sowie das Ineinandergreifen und die Kommunikation zwischen allen Teilnehmern, Ausstellern und Lehrern, aber auch während des Festes ständig Ansprechpartner für alles zu sein. 

Wie siehst du die Verbindung zwischen Yoga-Retreats und deinem persönlichen Lebensweg?

Meine eigenen Yoga-Retreats durchzuführen entspricht mir, ehrlich gesagt, viel mehr als der wöchentliche Unterricht. Ich mag es sehr, gemeinsam mit einer Gruppe zu verreisen und gleichzeitig mein Yoga anzubieten. Auch weil ich selbst schon so viel auf Reisen war und gerne verreise. Und natürlich die intensivere Arbeit mit meinen Schülern, sowie die stärkere persönliche Verbindung unter den Teilnehmern und der einzelnen Teilnehmern zu mir. 

Die Werte, die ich in solchen Veranstaltungen vermittle, sind sicherlich, wie es ein Retreat eben auch schon sagt, der Rückzug zu sich selbst. Der Rückzug aus der Welt der Verschleierung und Zerstreuung. 

Letztendlich sind es ursprüngliche Werte, zu denen dann jeder von alleine zurückkehrt und das ist es auch, was es in dieser Zeit sehr braucht.

Durch deine Zusammenarbeit mit RetreatPartner erhältst du die Möglichkeit, Teilnehmenden besondere Erfahrungen zu ermöglichen und dich mehr in die Sichtbarkeit zu bringen. Was gefällt dir an der Organisation von RetreatPartner und worauf freust du dich?

RetreatPartner finde ich richtig toll! Endlich eine Plattform, die Seminar-Anbietende und Seminarhäuser miteinander verbindet. Ich war lange auf der Suche nach so einer Plattform und wollte auch selbst schon so eine Plattform ins Leben rufen. Ich als Anbieterin für Retreats freue mich natürlich auf die tollen Seminarhäuser an den verschiedenen Orten dieser Erde. Durch RetreatPartner erhalte ich den Zugang und die Übersicht über viele tolle Einrichtungen an verschiedenen Orten, sodass ich meine Retreats auch durch die Wahl der Location zu einem unvergesslichen Erlebnis machen kann.

Welche Aspekte eines Seminars sind dir besonders wichtig, um sicherzustellen, dass die Teilnehmenden eine tiefgreifende und bereichernde Erfahrung machen?

Neben einer inspirierenden Yoga Praxis sind für mich Unterkunft und die Art der Verpflegung sehr wichtig. Also am liebsten vegan, vegetarisches und biologisches Essen. Eine außergewöhnliche Location ist natürlich ein grundlegender Aspekt, um eine tiefgreifende Gesamterfahrung zu ermöglichen. Dabei spielt für mich natürlich, was die Unterkunft und das Essen betrifft, die Ästhetik eine große Rolle.

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